LIEBE sein oder immer noch "lieb sein"

    Was macht den Unterschied?

     

    "Sei lieb" zu Mama, Papa, Bruder, Schwester, Oma, Opa, Tante, zu den Freunden, Ehepartner, Vorgesetzten (wer hat mir den wohl vorgesetzt?)  zu Hund, Katz und Ratz … und vielen anderen mehr.

     

    Kennst du diesen posthypnotischen Auftrag?

    Hat dich dieses "lieb sein" wirklich glücklich gemacht? Geht es dir gut, fühlst du dich geliebt, geachtet, WERTgeschätzt? Oder fühlst du dich doch immer wieder mal überfordert, ausgenutzt, missbraucht, nicht wertgeschätzt, überflüssig - obwohl du soviel machst und versuchst, es allen recht zu machen? Fühlst du dich oft einsam, verlassen, unzufrieden, unverstanden, uninteressant, leer ...? Hast du dich schon öfter gewundert, dass du zuwenig zurückbekommst, dass deine Arbeit nicht gesehen wird, dass alles, was du machst, wie selbstverständlich angenommen, aber nicht wertgeschätzt wird?

    Wenn du die gutgemeinte Aufforderungsen "sei lieb"  aus höherer Sicht - aus einer Metaebene - betrachtest, was heisst das wohl einfach übersetzt für ein Kind? Welche Vorannahmen gehen einem "sei lieb-Auftrag" voraus und was speichert sich somit im Unterbewusstsein des Kindes ab? Was wird ein unterbewusster Wert: "Ich muss lieb sein, damit die anderen mich lieb haben." "Die anderen sind wichtig!" "Ich bin für das Wohl der anderen zuständig!" "Ich darf nicht tun was der Moment bzw. die Situation erfordert, sondern ich muss auf jeden Fall lieb sein!"

     

    Setzt dieses "sei lieb" nicht voraus, dass ich das Gegenteil von lieb bin - so als Grundprinzip - sonst müsste das ja nicht extra erwähnt und eingefordert werden.

     

    Wie wirkt sich der "Auftrag Lieb sein" auf ein kleines Kind aus - ein Fühlwesen, dass noch nicht logisch linear denken kann und seinen Intellekt noch nicht entwickelt hat? Was verankert sich im Unterbewusstsein? Fühlt sich dieser Mensch dann, wenn er erwachsen ist wirklich liebenswert, wertvoll, wundervoll, wichtig und richtig? Fühlt sich dieser Mensch selbstsicher, kraftvoll? 

     

    Was wird weiters mit diesem "sei lieb"  Auftrag übermittelt?

    Wer ist hier wirklich wichtig und für wen muss man sich verbiegen, zusammenreissen, wem gegenüber darf man nicht authentisch und einfach nur natürlich, ehrlich handeln? - Doch immer die anderen, egal ob im Sandkasten, in der Schule, in der Beziehung, im Job. Sei lieb wirkt - für die anderen, gegen dich.

     

    Ich arbeite mit vielen Menschen.

    Viele sind und waren einfach zu lang zu lieb. Sie haben sich dabei oft selbst aufgegeben, vergessen. Eigene Gefühle werden nicht wichtig genommen, solange, bis der Körper oder die angeschlagene Psyche aufmerksam macht, etwas zu verändern. Sie wirken dann als Korrektiv, damit dem Leben endlich Rechnung getragen wird. Und das Recht auf ein authentisches Leben zumindest mal angedacht und dann - manchmal Schritt für Schritt - manchmal spontan und radikal - je nach Schmerzgrenze und Natur - selbstbewusst, im eigenen Sinne eine Wende gemacht wird. 

     

    Wie oft müssen erst Schuld, Scham und Angst überwunden werden? Angst vor Ablehnung, wenn man nicht mehr so funktioniert, wie die anderen es gewohnt sind oder es erwarten. Scham, sich auch was vom Leben zuzugestehen, Schuld, andere jetzt zu konfrontieren und dadurch vielleicht eine schlechte Stimmung verursachen uvm. ...

     

    Fühlst du dich angesprochen? Kommt dir das Geschriebene irgendwie oder nur zu gut bekannt vor? Erlaube dir - dir zuliebe - zu dir selbst ganz ehrlich zu sein. Somit wär ja schon mal ein Schritt Richtung authentischem Leben gemacht.

     

    Wem glaubst du, es Recht machen zu müssen?

    Wessen Vorstellungen glaubst du entsprechen zu müssen?

    Bist du automatisch "lieb"?

    Bist du vielleicht sehr christlich erzogen worden und hältst abwechselnd mal die rechte und dann die linke Backe hin - während du mit jedem Backenschlag mehr von deiner Würde und deinem Glauben verlierst? Oder glaubst du es ertragen zu müssen, dass du Gott gefällst oder vielleicht doch nach deinem Tod größere Flügerl bekommst? ;-) Ned bes gemeint, schmunzel.

     

    Was lernt das Kind und wie kann sich dieses innere Programm im Erwachsenenalter auswirken? Könnte zuviel "liebsein" den Mut, die Liebe zu sich selbst und die eigene Lebenskraft blockieren?

    Könnte es sein, dass andere das mit Schwäche, Feigheit, zuwenig Eigeninitiative verwechseln und diese Menschen am meisten missbraucht werden? Einfach deswegen, weil sie in diesem Machtspiel ihre Rolle als Opfer perfekt spielen - weil lieb sein einfach besser bewertet wird, und sie glauben liebsein wäre das Gegenteil von böse sein?

    Ist vor lauter "lieb sein" und "es allen recht machen" noch Platz für die Eigenliebe, für die Selbstsicherheit, für die Würde, für die eigene Souveränität?

     

    Gönn dir etwas Zeit für diese Fragen. Vielleicht bekommst du Antworten oder Hinweise aus deinem Unterbewusstsein und dir wird einiges bewusst - warum in deinem Leben Dinge laufen, wie sie eben laufen, die dir aber nicht gut bekommen?

     

    Vielleicht schickt dir auch dein Körper Signale und zeigt an, wo etwas nicht "rund läuft", den freien Atemfluss behindert, dir im Magen liegt oder auf deinen Schultern lastet.

     

    Nimm dir ZEIT für DICH! Fühle dich und LIEBE DICH! - in diesem Moment.

    Achte auf die Zeichen, mach keine Geschichten zu deiner Geschichte, deinen Beobachtungen. Das braucht es jetzt nicht (mehr).  Bleib einfach mit deiner liebevollen Achtsamkeit bei dir und deinen Gefühlen, Gedanken, bei deinem Körper. Atme und lass dich einfach sein. AllES darf sein - (vor)-urteilsfrei. Fühle dein "ICHBIN". Einfaches Präsentsein im Augenblick - ohne Geschichte.

     

    Wie sieht das nun aus mit LIEBE SEIN?

    Mach dir deine eigenen Gedanken, und vor allem fühle, was es bedeutet LIEBE zu sein und wie dein Gemüt und dein Körper darauf reagieren. Lass dir Zeit und beobachte den Unterschied.

     

    Hier ein paar Anregungen:

    Ying / Yang - weiss/schwarz, Mann/Frau, Tag/Nacht, heiß/kalt - die Polarität!

    Was wäre, wenn wir aufhören würden, zu polarisieren, zu bevorzugen und verurteilen, das eine gegen das andere ... Was wäre, wenn wir beides gleich und gültig betrachten würden und erkennen, dass wir immer die Wahlmöglichkeit haben, je nach Zeit, Ort und Umständen?

    Was wäre, wenn wir uns selbst erlauben, alle Farben eines Malkastens für unser Lebensbild zu verwenden? Stimmig, ehrlich, authentisch - der eigenen Natur gemäß? Wenn wir die Farben nun als Eigenschaften im Alltag sinnvoll nutzen - wie würde sich unser Leben verändern?  Würden wir dann liebevoller, mutiger, kraftvoller, naturgemässer leben und auch andere Ergebnisse in unserem Leben produzieren oder provozieren`?

     

    Wärest du eine Zumutung für andere,  - wenn du mehr JA zu dir selbst lebst, deinen Gedanken und Gefühle Ausdruck verleihst (ohne der Absicht andere dabei zu verletzen). Was würde sich verändern, wenn du dich anderen wahr-licht zuMUTest?!?

     

    Bist du LIEBE (urteilsfrei) oder bist du noch lieb? Spürst du den Unterschied?

    Liebe ist. (und Punkt). Liebsein braucht immer eine Geschichte, eine Vorahnung, ein Bedenken, ein Gegenüber (am besten ein bewertendes, urteilendes  ....

     

    LIEBE gibt Raum. Liebe urteilt nicht. In der Liebe ist Ying wie auch Yang enthalten. Beides ist gleich wichtig, gleichgültig, gleichwert. In der Liebe (in Gott?) ist ALL-ES enthalten. Die Polarität ist ein Grundprinzip des Lebens. Es gibt nicht Eines ohne das Andere. Beides ist gleichtwertig - gleichgültig. Ohne das Eine könnte das Andere - das Gegen-Teil und alle Schattierungen dazwischen - nicht wahrgenommen werden.

     

    Könnten wir überhaupt Erfahrungen machen ohne das Prinzip der Polarität?

     

    Also, wie sieht es aus mit deiner Erkenntnis, mit deiner SELBST-Erkenntnis.  Hast du dich in deinem Selbst schon erkannt oder bist du noch auf der Suche nach Selbsterkennntis?

     

    Für mich macht es einen Unterschied. Auf der Suche nach Selbsterkennntis zu sein - im Sinne von sich selbst besser kennenlernen. Wie ticke ich? Was dendke ich? Was fühle ich? Welche Auslöser verursachen welche Emotionen - von Himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt? Wo sind meine Triggerpunkte, meine übernommenen Schicksalsmuster, meine eingefahrenen Denk- und Verhaltensmuster uvm.

     

    Das ist ja alles sehr aufschlussreich, spannend, beWEGend, berührend ...

    Doch die Frage drängt immer mehr ins Bewusstsein:

     

    "WER BIN ICH?"

    Wer erlebt das alles? Wer benutzt diese materiellen Sinne - hören, sehen, schmecken, riechen, erahnen ...

    Wer beobachtet die einströmenden Gedanken, die daraus entstehenden Gefühle und Handlungen. Wer kann mit dem Bewusstsein an jede Stelle des Körpers reisen und sich eben dieser Stelle bewusst werden. Du kannst das gleich mal ausprobieren. Während du diese Zeilen liest, hast du sicher nicht deine Ferse oder deinen kleinen Finger der rechten Hand bewusst gespürt. Aber jetzt mit dem Gedanken: Rechter kleiner Zeigefinger spürst du ihn sofort, auch wenn du nicht hinschaust und schon kannst du dir auch deiner Ferse bewusst werden und gleich drauf deinen Ellenbogen links spüren.

    So jetzt bist du mit deinem Bewusstsein zu all diesen Plätzen gereist - aber wer hat das alles beobachtet? Da gibt es doch einen Unterschied zwischen Unbewusstsein, Bewusstsein, Wahrnehmen, Beobachten .... Wer beobachtet das alles, und wo ist dieses "ICH" ....

     

     

    Wer bin ich, wenn ich nicht (mehr) in meiner Geschichte lebe, in meinen Erinnerungen, in meinen Identifikationen mit verschiedenen Rollen?

     

    Wer bin ich, wenn ich die Vergangenheit tatsächlich in der Vergangenheit lasse, mich auch im Moment nicht in die Zukunft beame, wenn ich einfach nur JETZT bin - ohne wenn und aber?

     

    Wer bin ich, wenn ich einfach nur meinen Atem wahrnehme, erkenne, das auch das Atmen von Selbst geschieht, sowie auch die ganze Stoff-wechsel-geschichte wie auch alle Kreisläufe. All dies geschieht ganz von selbst.

     

    WER bin ich? Wo bin ich und was bin ich nicht?

     

    Das klingt, wenn du es nur als Text liest, jezt möglicherweise kompliziert und du denkst dir vielleicht: "Was für eine Hirn....erei!" Doch fühle den Fragen nach, fühle die Antworten.

    Und dann

    lass jegliche Fragen und Antworten und sonstiges Wissen, Identifikationen einfach mal sein - 

    und dann

     

    ..... kannst du mir deine Erfahrungen gern mit-teilen! Oder in mein Gästebuch schreiben. ;-)

     

    Braucht es ein "ich"? Würde es mich geben, wenn ich einen Gehirnschaden hätte und ich nicht mehr denken könnte. Würde ich mich nicht mehr fühlen können - gäbe es dann immer noch mich?

    Wieviel ich bin ich eigentlich und wo bin ich während ich träume?

    Es gibt mich doch, aber ich hab mit niemanden eine Beziehung während meines Traumes - nicht mal mein kuscheliges Bett ist dann noch in meinem Bewusstsein, und schon gar nicht das Land, indem ich lebe oder die Wohnung oder mein Körper .... Mit welchen Augen schaue ich eigentlich im Traum und welche Sinne nutze ich, wenn ich herzhaft die schmackhafteste Torte verzehre oder intensiv küsse?

     

    Tja, das sind Fragen ... die man sich fragen könnte, um zu erkennen, was, wer,warum, wieviele ... man ist.

     

    Ach ja, man könnte ja auch noch - nur für den Zeitraum eines kleinen Experiments die Zeit aus dem Raum nehmen und schon würde sich was verändern? Was bleibt?

    Braucht Zeit wirklich Raum?

    Braucht Raum Zeit?

     

    Take it easy! ALL-ES IST - und zugleich ist nichts wie es scheint - aber JETZT, wo du schon mal da bist - in deiner Verkörperung, mit deinem Bewusstsein  - lass es LIEBE SEIN - denn LIEBE IST ALLES - das IST.

     

    So - wenn das so ist - was oder wer bist DU dann?

     

    Findest du diese Gedanken anregend - schau doch ma nach bei www.mooji.org

    findest du sie aufregend - dann frag dich was dich so aufregt -

    regst du dich - oder regt es dich noch mehr auf - weil du nicht schlüssig wirst,

    kannst du mich gern kontaktieren -  um die Sprache des Lebens zu lernen - deine Wahrnehmung zu erweitern und dir ein Stück näher zu kommen - raus aus deiner Geschichte - rein ins Leben!

     

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    Kommentare: 1
    • #1

      Helmut Karas (Mittwoch, 11 Februar 2015 19:46)

      ein berührender Text, neugierig machend und doch beruhigend, schön zu lesen, weil der Blick auf das JETZT fällt und die Fragen Platz nehmen im Kopf und Erkenntnis erahnen lassen. danke